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Zehntausend Stunden

Entspannt gute Texte schreiben – mit Hilfe des Unbewussten

Ganz entspannt gute Texte schreiben? Das geht – mit Hilfe Ihres Unbewussten. Lernen Sie, wie professionelle Texter die Kreativität des Unbewussten wachrufen.

Es gibt Dutzende, wenn nicht Hunderte von Sprach- und Stilregeln (zum Beispiel hier und hier und natürlich hier).

In diesem Artikel geht es mir jedoch um etwas anderes: um den Prozess des Schreibens. Und darum, wie Sie fürs Schreiben die bestmögliche Unterstützung Ihres Unbewussten bekommen.

Mit Hilfe Ihres Unbewussten schreiben Sie entspannt und effizient. Wie ein professioneller Texter gehen Sie von vornherein richtig an die Sache heran: geordnet und mit Vertrauen in den Prozess.

Dann macht Schreiben auf einmal Spaß. Und Ihre Texte werden automatisch besser.

Wie Sie Ihr Unbewusstes zur Mitarbeit bewegen

Sie können nicht allein mit Ihrem Wissen, Ihrer Logik und Ihren Rechtschreibkenntnissen gute Texte schreiben. Sie brauchen die Unterstützung Ihres Unbewussten.

Darum ist es wichtig zu wissen, wie Sie Ihr Unbewusstes zur Mitarbeit bewegen.

Texten ist eine kreative Tätigkeit. Auch dann, wenn es „nur“ um einen Quartalsbericht oder einen Newsletter geht. Kreativität kommt aus dem Unbewussten. Dem Teil von Ihnen, Einfälle hervorbringt, Verbindungen herstellt, Aha-Momente produziert.

Damit Ihr Unbewusstes Ihnen beim Schreiben helfen kann, braucht es Energie und Materie, Zeit und Raum.

Klingt esoterisch? Mag sein. Ist es aber nicht, wie Sie gleich sehen werden.

Für gute Texte brauchen Sie Energie

Mit „Energie“ meine ich hier Ihre Lebensgeister. Genau wie Ihr logisches Denken und Ihr Körper funktioniert auch Ihr Unbewusstes am besten, wenn Sie fit sind. Also stellen Sie sicher, dass Sie nicht völlig ausgebrannt ans Schreiben herangehen.

Räumen Sie dem Schreiben einen guten Platz in Ihrem Arbeitstag, Ihrer Arbeitswoche ein. Sie kennen Ihren Biorhythmus – nutzen Sie ihn: Wirklich gute Texte schreiben Sie, wenn Sie wach und munter sind.

Machen Sie sich mit der Materie vertraut

Mit „Materie“ meine ich das Material, dass Sie in Ihrem Text verarbeiten wollen. Den Stoff, die Informationen.

Beim Quartalsbericht sind es die Zahlen der verschiedenen Abteilungen.  Beim Newsletter sind es die Informationen zu den Themen, die Sie behandeln wollen. Ob Fachartikel, Website, Broschüre – es gibt immer Material, mit dem Sie sich beschäftigen können.

Nehmen Sie sich die Zeit, sich mit der Materie vertraut zu machen. Versuchen Sie nicht, gleichzeitig zu recherchieren und zu schreiben, sondern führen Sie sich erst einmal das Material zu Gemüte. Gehen Sie dabei systematisch vor:

  • sammeln Sie die Informationen, die Sie im Text verarbeiten wollen
  • drucken Sie alles aus
  • sortieren Sie die Papiere nach Wichtigkeit
  • lesen Sie das Material durch
  • markieren Sie dabei, was wichtig ist, und machen Sie Randnotizen

So stellen Sie sicher, dass Ihr Unbewusstes alle relevanten Informationen erhält. Und Sie geben ihm (also sich selbst) das Gefühl, dass Sie einen guten Überblick über das Material haben.

Mit diesem Gefühl sitzt es sich gleich viel angenehmer vor einem leeren Blatt bzw. Word-Dokument 😉

Gute Texte schreiben mit klugem Zeitmanagement

Kluges Zeitmanagement in Bezug auf Schreiben bedeutet zunächst einmal: Geben Sie Ihrem Unbewussten genug Zeit, um das Material zu verarbeiten.

Das tun Sie, indem Sie sich Ihrem Material (s. oben) mit einem gewissen zeitlichen Abstand zu dem Moment widmen, an dem Sie sich zum Schreiben hinsetzen. Denn Ihr Unbewusstes braucht Zeit:

  • um Wichtiges zu verstehen
  • und um Unwichtiges zu vergessen, so dass es Ihnen beim Schreiben nicht im Wege ist.

Das bedeutet nicht, dass alles, was Sie vergessen, automatisch unwichtig ist. Ich zum Beispiel vergesse Zahlen. Trotzdem sind Zahlen zuweilen wichtig – dann muss ich sie eben nochmal nachschauen.

Aber grundsätzlich können Sie sich schon davon ausgehen, dass die Dinge, die Ihnen gleich wieder entfallen, nachdem Sie sich mit einem Thema befasst haben, wahrscheinlich die allerwichtigsten Aspekte sind.

Ihr Unbewusstes braucht nicht nur Zeit zum Verstehen des Wichtigen und zum Vergessen des Unwichtigen. Es braucht auch Zeit, um Einfälle zu produzieren – mit anderen Worten: um kreativ zu sein. Und auf Kreativität sind wir beim Schreiben nun einmal angewiesen.

Wie viel Zeit braucht das Unbewusste?

Wie viel Zeit Ihr Unbewusstes zur Vorbereitung des Schreibprozesses braucht, ist von Mensch zu Mensch und von Thema zu Thema unterschiedlich. Durch Übung geht es schneller.

Ich habe mein Handwerk in einer Tageszeitungsredaktion gelernt, wo man nur bis zum Abend Zeit hat, aus neuen Informationen einen lesbaren Text zu machen. Das ist möglich, aber nicht ideal.

Besser ist es (für mich und meine Texte), wenn ich meinem Unbewussten ein, zwei Tage Zeit geben kann. Wobei es natürlich nicht nur um die Tage geht, sondern auch um die Nächte. Ums Drüber-Schlafen.

Sie merken, dass Ihr Unbewusstes soweit ist, wenn Ihnen immer mehr Einfälle zum Thema kommen – beim Zähneputzen, beim Kaffeekochen, in der U-Bahn.

Dann sollten Sie nicht mehr lange warten, sondern sich bei nächster Gelegenheit ans Schreiben machen. Surfen Sie die Welle der Einfälle, bevor sie verebbt!

Gute Texte schreiben sich fast wie von selbst – mit genug Freiraum

Das mit den Einfällen funktioniert natürlich nur, wenn Sie nicht die ganze Zeit auf Ihr Smartphone schauen.

Ihr Unbewusstes braucht Input, um Ideen generieren zu können. Es braucht aber auch Freiraum um sie zu entwickeln. Wenn Sie ständig neue Informationen hineinstopfen, hat es keine Chance.

Was Sie brauchen, ist eine Balance zwischen Input und Inspiration auf der einen Seite und Freiraum auf der anderen.

Freiraum muss nicht Freizeit heißen. Viele Tätigkeiten eignen sich hervorragend, um dem Unbewussten Bewegungsfreiheit zu verschaffen: Auto- oder Fahrradfahren, Zu-Fuß-Gehen, Haus- und Gartenarbeit – alles wunderbar geeignet.

Sie konzentrieren sich auf die Tätigkeit – Ihr Unbewusstes verdaut das Material, mit dem Sie es gefüttert haben, und fängt an, Einfälle zu produzieren. Gute Texte schreiben sich so fast von selbst.

Das heißt nicht, dass Sie nicht doch noch Arbeit haben werden. Sie müssen sich immer noch hinsetzen und schreiben. Auch kommen Sie nicht drum herum, die oben erwähnten Sprach- und Stilregeln anzuwenden.

Aber Sie können sich in dem guten Gefühl ans Schreiben machen, dass Ihr Unbewusstes wichtige Vorarbeit geleistet hat.

Sie möchten trotzdem lieber jemand anderen schreiben lassen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir 🙂

 

 

 

 

 

 

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